Geprüfter Fachagrarwirt / Geprüfte Fachagrarwirtin – Baumpflege und Baumsanierung
Fortbildung Fachagrarwirt Baumpflege und Baumsanierung

Zum Nachweis von Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen, die durch die berufliche Fortbildung zum Fachagrarwirt/zur Fachagrarwirtin – Baumpflege und Baumsanierung erworben worden sind, führt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau als zuständige Stelle Prüfungen nach den §§ 2 bis 8 der Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Fachagrarwirt/Geprüfte Fachagrarwirtin - Baumpflege und Baumsanierung vom 29. September 1993 (BGBl. I S. 1114) durch.
Informationen zur Prüfung "Gepr. Fachagrarwirt/in Baumpflege und Baumsanierung

Zulassung zur Prüfung

Aus organisatorischen Gründen ist die Anzahl der Prüfungsteilnehmer begrenzt. Die Zulassung zur Prüfung erfolgt in der Reihenfolge des postalischen Eingangs des Antrags auf Zulassung mit allen erforderlichen Unterlagen und Nachweisen. Werden fehlende Unterlagen nachgereicht, ist der Tag entscheidend, an dem der Antrag auf Zulassung vollständig bei der zuständigen Stelle vorliegt. Bitte prüfen Sie vor dem Postversand Ihre Unterlagen auf Vollständigkeit (siehe unten). Alle Nachweise sind als amtlich beglaubigte Kopien einzureichen.
Es können von der zuständigen Stelle Bayern nur Kandidaten zugelassen werden, die in Bayern wohnen oder arbeiten oder die in Bayern vollständig einen Kurs / alle Module einer anerkannten Fortbildungseinrichtung besucht haben. In allen übrigen Fällen wenden Sie sich an die zuständige Stelle in Ihrem Bundesland oder Land.
Beglaubigte Kopien erhalten Sie (zur Vorlage bei Behörden) in allen öffentlich anerkannten Dienststellen, die über eine Siegelberechtigung verfügen, z.B. Einwohnermeldeamt oder Bürgermeisteramt. Eingereichte Originale werden nicht zurückgeschickt.

Voraussetzungen zur Zulassung

a) Berufspraxis

Wer eine Ausbildung als Gärtner/in, Forstwirt/in, Winzer/in oder Landwirt/in erfolgreich abgeschlossen hat (beglaubigte Zeugniskopie einreichen), muss mindestens 3 Jahre Berufspraxis in Baumschulen, in Betrieben des Garten- und des Landschaftsbaus, des Obstbaus, der Forstwirtschaft oder der Landwirtschaft mit wesentlichem Waldbauanteil nach der Abschlussprüfung nachweisen.
Wer keine Ausbildung in den genannten Berufen hat, muss mindestens eine fünfjährige Tätigkeit in Betrieben des Gartenbaus, der Forstwirtschaft, des Weinbaus oder der Landwirtschaft und zusätzlich mindestens 3 Jahre Berufspraxis in Baumschulen, in Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus, des Obstbaus, der Forstwirtschaft der Landwirtschaft mit wesentlichem Waldbauanteil nachweisen.
Berufspraxis definiert sich über einen Arbeitsvertrag oder eine Gewerbeanmeldung und muss auf Existenzsicherung (=Vollzeitbeschäftigung) ausgerichtet sein.
Die Berufspraxis muss mittels Arbeitsbestätigungen des Arbeitsgebers (mit Angabe des genauen Zeitraums, der regelmäßigen Arbeitszeit sowie den ausgeführten Tätigkeiten) oder Arbeitszeugnis nachgewiesen werden (siehe Mustervorlagen). Bitte reichen Sie keine Arbeitsverträge ein. Selbständig Tätige weisen die Berufspraxis mit der Gewerbeanmeldung nach.
Zudem kann abweichend davon zur Prüfung zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, dass er Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen (Einzelfallentscheidung).
Alle (!) Nachweise sind als amtlich beglaubigte Kopien einzureichen. Eingereichte Originale werden nicht zurückgeschickt.

b) Weitere erforderliche Nachweise

  • Bestätigung der gesundheitlichen Eignung durch die arbeitsmedizinischen Untersuchungen G 25 und G 41. Diese dürfen nicht älter als 36 Monate zum Zeitpunkt der Zulassung sein.
  • Bestätigung der Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs, nicht älter als 24 Monate zum Zeitpunkt der Zulassung
  • Nachweis der Fachkunde an der Motorsäge (nach SVLFG anerkannter, 5-tägiger Kurs)
  • Kandidaten, die nicht in Bayern wohnen oder arbeiten, allerdings einen Kurs zur Vorbereitung auf die Prüfung in Bayern absolvieren, müssen dies mit einer Buchungsbestätigung nachweisen.
Wenn Sie einen Nachteilsausgleich (Verlängerung der Prüfungszeit) beantragen möchten, schicken Sie dafür ein ärztliches Attest mit.
Wenn Ihre Praxiszeit nicht ausreicht und Sie eine vorzeitige Zulassung beantragen, reichen Sie bitte zusätzlich weitere Bestätigungen ein, mit denen Sie Ihre Fachkenntnisse und Praxiserfahrungen belegen können, z. B
  • SKT-A / -B
  • ETW
  • FLL- Baumkontrolleur
  • Lehrgänge zur Baumpflege
  • Lehrgänge zum Naturschutz
  • Lehrgänge zur Waldbewirtschaftung
Alle (!) Nachweise sind als amtlich beglaubigte Kopien einzureichen. Eingereichte Originale werden nicht zurückgeschickt.

Durchführung des Zulassungsverfahrens

Nur bei vollständig eingereichten Unterlagen kann das Zulassungsverfahren durchgeführt werden.
Die Unterlagen sind per Post bis spätestens 31. Januar (Frühjahrsprüfung) bzw. 15. Juni (Herbstprüfung) an die im Antrag auf Zulassung angegebene Adresse zu schicken. Per E-Mail zugeschickte Unterlagen sind zur Zulassung nicht ausreichend und können bei der Vergabe der Prüfungsplätze nicht berücksichtig werden.

Bitte prüfen Sie vor dem Postversand, ob Sie alle zur Zulassung erforderlichen Unterlagen einreichen:

  • Antrag auf Zulassung vollständig und korrekt ausgefüllt und unterschrieben
  • Lichtbild (Blickrichtung in die Kamera)
  • tabellarischer Lebenslauf (im Original und mit Unterschrift) mit vollständigem beruflichen Werdegang – siehe auch Mustervorlage
  • beglaubigte Zeugniskopie der bestandenen Abschlussprüfung als Gärtner/in, Forstwirt/in, Landwirt/in, Winzer/in (sofern vorhanden)
  • lückenloser Nachweis der praktischen Tätigkeiten mit genauer Tagesangabe durch Arbeitgeberbestätigungen (siehe Mustervorlage) oder Arbeitszeugnisse bzw. Gewerbeanmeldung bei selbstständiger Tätigkeit (in zeitlicher Reihenfolge nummeriert)
  • Arbeitsmedizinische Bescheinigung G 25 (nicht älter als 36 Monate zur Zulassung)
  • Arbeitsmedizinische Bescheinigung G 41 (nicht älter als 36 Monate zur Zulassung)
  • Bescheinigung eines Erste-Hilfe-Grundkurs (nicht älter als 24 Monate zur Zulassung)
  • Bestätigung der Fachkunde an der Motorsäge (nach SVLFG anerkannter Kurs über 40 Stunden)
Bei Kandidaten, die nicht in Bayern wohnen oder arbeiten ist zusätzlich die Buchungsbestätigung für den Prüfungsvorbereitungskurs in Bayern bis spätestens zum entsprechenden Anmeldeschluss nachzureichen.
Falls Ihre Praxiszeit für die Zulassung nicht ausreicht, reichen Sie bitte weitere Zeugnisse und Bestätigungen ein, die glaubhaft machen, dass Ihre Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen könnten.
Frühjahrsprüfung
Die Zulassung zur Frühjahrsprüfung erfolgt vom 15.11. des Prüfungsvorjahres bis zum 31.01. (Anmeldeschluss) des Prüfungsjahres in der Reihenfolge des postalischen Eingangs der vollständigen Unterlagen.
Herbstprüfung
Die Zulassung zur Herbstprüfung erfolgt vom 15.04. bis 15.06. (Anmeldeschluss) des Prüfungsjahres in der Reihenfolge des postalischen Eingangs der vollständigen Unterlagen.
Anmeldung zur Wiederholungsprüfung
Zur Wiederholungsprüfung genügt die form- und fristgerechte (siehe Bescheid) Anmeldung mittels „Antrag auf Zulassung zur Prüfung“. Falls in der Zwischenzeit zeitlich befristete Nachweise nicht mehr gültig sind, sind zusätzlich aktuelle Nachweise mit einzureichen.
Der Zulassungsentscheid wird Ihnen rechtzeitig, in der Regel innerhalb von 4 Wochen nach Anmeldeschluss, zugeschickt.
Die Zulassung wird erst wirksam, wenn die der Zulassung beiliegende Kostenrechnung fristgerecht überwiesen wurde. Falls die Kostenrechnung nicht fristgerecht beglichen wird, wird die Zulassung zurückgenommen. Die Teilnahme an diesem Prüfungstermin ist dann nicht mehr möglich.
Bei Rücktritt von der Prüfung nach Zulassung oder bei Nichtteilnahme entstehen Verwaltungskosten.

Inhalt und Ablauf der Prüfung

Bitte beachten Sie, dass die Hubarbeitsbühne als Regelverfahren bei den Arbeitseinsätzen im Prüfungsteil „Maßnahmen der Baumpflege und Baumsanierung“ eingesetzt wird.
Durch die Prüfung ist festzustellen, ob der Prüfungsteilnehmer die notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen besitzt, folgende Aufgaben eines Fachagrarwirts sachgerecht und eigenverantwortlich wahrzunehmen:
  1. Erläutern und Begründen baumpflegerischer Maßnahmen, Beratung
  2. Erfassen von Baumschäden, Erkennen der Schadursachen, Beurteilen der Sanierungswürdigkeit und -möglichkeit und Kalkulieren der Kosten
  3. Vorbereiten und Einrichten von Baustellen, Disponieren der für die Baumpflege und -sanierung benötigten Betriebsmittel, Maschinen und Geräte
  4. Organisieren des Arbeitsablaufes und Übertragen von Aufgaben auf die Mitarbeiter
  5. Durchführen der erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung sowie der erforderlichen Verkehrssicherung
  6. Durchführen von Pflege- und Sanierungsmaßnahmen am Baum und im Baumumfeld
  7. Abwickeln von Baustellen nach kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten

Die Prüfung gliedert sich in 3 Prüfungsteile

  • Grundlagen der Baumpflege und Baumsanierung
  • Maßnahmen der Baumpflege und Baumsanierung
  • Wirtschaft, Recht und Soziales
Die Prüfung wird praktisch, schriftlich und mündlich durchgeführt.
Prüfungsablauf (vorbehaltlich organisatorisch notwendiger Änderungen)

1. Prüfungstag

  • Schriftliche Prüfung im Prüfungsteil „Grundlagen der Baumpflege und Baumsanierung“
  • Schriftliche Prüfung im Prüfungsteil „Wirtschaft, Recht und Soziales“
  • Praktische Prüfung (Baumschadensdiagnose) im Prüfungsteil „Grundlagen der Baumpflege und Baumsanierung“

2. Prüfungstag

  • Schriftliche Bearbeitung der praxisbezogenen Aufgabe (Fallbeispiel) im Prüfungsteil „Wirtschaft, Recht und Soziales“
  • Prüfungsgespräch zur praxisbezogenen Aufgabe (Fallbeispiel) im Prüfungsteil „Wirtschaft, Recht und Soziales“

3. Prüfungstag

  • Arbeitseinsatz 1 im Prüfungsteil „Maßnahmen der Baumpflege und Baumsanierung“
  • Arbeitseinsatz 2 im Prüfungsteil „Maßnahmen der Baumpflege und Baumsanierung“
  • Ggf. mündliche Nachprüfungen in den schriftlichen Prüfungsteilen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung oder für die eindeutige Beurteilung der Prüfungsleistung von Bedeutung sind.
  • Zeugnisvergabe bei erfolgreichem Abschluss

Prüfungstermine 2019

  • Frühjahrsprüfung: 22./23. Mai 2019 und 5. Juli 2019
  • Herbstprüfung: 05./06. September 2019 und 11. Oktober 2019

Zulassungsantrag

Mustervorlagen

Rechtliche Grundlagen

  • Berufsbildungsgesetz
  • Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss „Geprüfter Fachagrarwirt/Geprüfte Fachagrarwirtin - Baumpflege und Baumsanierung“
  • Verordnung über die Durchführung der Prüfungen nach dem Berufsbildungsgesetz im Geschäftsbereich des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
  • Verordnung über die Erhebung von Gebühren für Prüfungen im Geschäftsbereich des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Zuständige Stelle in Bayern

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Fachzentrum Bildung
Verena Lindenthal

An der Steige 15
97209 Veitshöchheim
Tel.: 0931 9801-126
E-Mail: poststelle@lwg.bayern.de