Projekt Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau
Ein ganz besonderes Projekt - Modularer Garten auf der LGS Würzburg 2018

Konzentriertes Zuschauen einer Präsentation an der Leinwand
Als zweites Projekt hatten die Studierenden der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau im 1. Schuljahr eine ganz besondere Aufgabe zu bewältigen. Unter dem Titel „Modularer Garten“ sollte für die Würzburger Landesgartenschau (LGS) 2018 in Form eines Wettbewerbs ein Themengarten mit einem Pavillon und dazugehörenden Außenanlagen entworfen werden. Bei der Planung sollte vor allem die Idee eines einfachen Auf- und Abbaus des Gartens Berücksichtigung finden.

Vorgaben für die Planung des Gartens

„Auftraggeber“ für das Projekt war der Bayerische Industrieverband Baustoffe, Steine und Erden e. V. (BIV), der zusammen mit der Landesgartenschau Würzburg 2018 GmbH, dem Berliner Planungsbüro „Plancontext“ und dem betreuenden Lehrerteam der LWG die Vorgaben bzw. die Rahmenplanung festlegten. Der spätere Ausstellungsgarten soll als „modularer“ Garten zukunftsweisendes Wohnen im Garten aufzeigen. Bei der Gestaltung galt es zudem, innovative Beton-Produkte von Unternehmen des Industrieverbands zu integrieren, um dem LGS-Publikum die Palette an Gestaltungsmöglichkeiten mit dem Material Beton in Kombination mit anderen Materialien und der Pflanze aufzuzeigen, ganz nach dem Motto „Beton - es kommt darauf an, was man daraus macht!“
Die besondere Herausforderung für die Studierenden der Klasse L1a und L1b waren die umfangreichen Vorgaben für die Gestaltung des Gartens und des Pavillons. Zum Beispiel sollten die Grundfläche des Gartens zwischen 100 und ca. 300 m² und der Anteil der Grünflächen an der Gesamtfläche mindestens 50 % betragen. Die Planung des gärtnerisch gestalteten Außenraumes sollte mit dem zu planenden Gebäude eine Einheit bilden. Das Element Wasser sowie andere Materialien konnten ergänzend zu den Beton-Produkten mit aufgenommen werden.

Textilbeton als Baumaterial für den Pavillon ("Tiny House")

Die Grundidee war, ein modulares, leicht auf- und abbaubares „Tiny House“ als Ausstellungs- und Wohnstudio für den Themengarten zu entwerfen. Dabei war von einer Grundfläche des Pavillons zwischen 25 und 30 m² auszugehen. Als Beitrag der Betonindustrie zur LGS sollte ein von der Firma „betondesign factory“ entwickeltes Textilbeton-Verbundsystem als bevorzugtes Baumaterial für die Außenhaut des Pavillon verwendet werden.
Der vergleichsweise sehr leichte Werkstoff Textilbeton, ein mit Carbonfasern verstärkter Beton, bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten und kann in Kombination mit Holz als Trägersystem verwendet werden. Damit ist eine völlig neuartige Bauweise möglich, bei der kleine Leichtbetonmodule flexibel an- und übereinander aufgebaut werden können. Entsprechende Terrassenplatten können für spezielle Aufgaben im Außenraum z. B. im Dachgarten herangezogen werden, da sie durch ihre geringe Dicke sehr leicht ausfallen. Farbe und Struktur der Module können variiert werden; dabei sind verschiedene Kombinations-Techniken denkbar. So bieten eingearbeitete Zementfarben eine weite Farbpalette, aber auch farbige Beschichtungen auf dem Cabonfaser-Beton sind möglich. Das Dach und Teile der Fassade des Pavillons konnten die Studierenden begrünen. Für das Regenwasser sollte eine dezentrale Regenwasserversickerung vorgesehen werden.

Innengestaltung des Pavillons

Für das Innere des Pavillons waren von den Studierenden Vorschläge zur Aufteilung und Möblierung zur erarbeiten. Auch hier konnten für Wände und Boden Carbonbeton-Bauteile verwendet werden, aber auch die Verwendung anderer Baustoffe wie z. B. Holz waren hier möglich. Bei der Innengestaltung des Pavillons waren Ausstellungsflächen vorzusehen, um dem späteren Gartenschau-Publikum die Möglichkeiten mit dem neuen Werkstoff Carbon-Beton zu zeigen sowie zusätzlich die Staatliche Meister- und Technikerschule für Weinbau und Gartenbau vorzustellen.

Aufgabenstellung

Unter Berücksichtigung der Vorgaben sollten die Studierenden in Partnerarbeit einen Entwurfsplan für den Garten und den Pavillon erstellen und kolorieren. Vom Pavillon waren zusätzlich zwei bis vier Ansichten anzufertigen. Konzept und Entwurf musste jedes Zweierteam kurz schriftlich erläutern und begründen.

Präsentation zum Abschluss der Planungsphase

Nach einer Vorauswahl durch die betreuenden Lehrkräfte blieben zehn Projektteams übrig. Diese stellten Ende Februar ihre Entwurfspläne in einer kurzen PowerPoint-Präsentation dem Auftraggeber bzw. den Organisatoren und den anderen Studierenden vor und erläuterten den Charakter des „Modularen Gartens“. Die vorgestellten Entwürfe wurden anschließend von allen Anwesenden in einem demokratischen Verfahren bewertet und die drei besten prämiert.
Platz 1 ging an Felicitas Schön und Jonathan Schulte aus der L1b für ihren modernen geschmackvollen Entwurfsbeitrag, Simon Hofmann und Rouven Förschner holten sich den zweiten Platz mit einem ungewöhnlichen Entwurf in Wabenform, Platz drei sicherten sich Andreas Hupf und Matthias Hofreiter für einen reduzierten, sehr stimmigen Entwurf. Als besondere Anerkennung wurden allen zehn vorausgewählten Projektteams LWG-Wein überreicht. Die ersten drei Plätze konnten sich zusätzlich über Amazon-Gutscheine im Gesamtwert von 600 Euro und Dauereintrittskarten für die LGS in Würzburg freuen.
Zur Zeit wird die Werkplanung für die drei erst platzierten Entwürfe von der Technikerklasse im zweiten Schuljahr erarbeitet. Von Seiten der LGS ist geplant, den Entwurf des Preisträgers dann im Laufe dieses Sommers baulich umzusetzen, im Herbst erfolgt dann mit den zukünftigen Technikern des zweiten Schuljahres eine Pflanzplanung für den modularen Garten, der von denselben Studierenden im Anschluss dann bepflanzt werden soll. Im Technikerschuljahr 2017/2018 wird sich auch das Marketingprojekt thematisch um den modularen Garten drehen. In diesem Zusammenhang ist geplant, dass die Studierenden an einigen Wochenenden während der LGS-Saison 2018 den Themengarten betreuen und die Besucher der Gartenschau auch auf die Besonderheiten der LWG und der Meister- und Technikerschule hinweisen.