Florale Werkstücke der Unendlichkeit
Kalte Jahreszeit beflügelt die Ideen

Kranz mit grünen Hortensienblüten und Hagebutte
Die angehenden Techniker und Technikerinnen der Gartenbauklasse der Staatlichen Meister- und Technikerschule für Weinbau und Gartenbau an der LWG können im Fach Marketing - Gestaltung und Warenpräsentation ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Jeden Mittwochnachmittag steht das Fach auf dem Stundenplan und je nach Jahreszeit werden unterschiedliche Themenbereiche bearbeitet.

Unsterblichkeit ist das Symbol des Kranzes

Passend zur Jahreszeit war der Herbstkranz das aktuelle Thema. Wahlweise konnten die Studierenden einen Kranz zum Aufhängen an der Haustür oder zum Legen auf einen Tisch gestalten. In der christlichen Symbolik steht die Kreisform des Kranzes für die Unendlichkeit, für die Unsterblichkeit für den „Anfang ohne Ende“. Unterstrichen wird diese Symbolik des ewigen Lebens durch die Verwendung von immergrünen Nadel- oder Laubgehölzen. Für die Fülle des Lebens kommen Früchte und Samenstände zum Einsatz. In der heutigen Zeit bedeutet der Kranz an der Tür oder auf dem Tisch aber auch ein „Herzlich willkommen“ oder „Das bin ich mir wert“.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Die Ideen der Studierenden bei der Umsetzung des Themas waren vielfältig. Es wurden große Kränze aus Weinreben oder Clematisranken gewickelt und gebunden, oder kleinere Kränze auf einer Unterlage aus Stroh gesteckt. Die Auswahl an Naturmaterialien ist im Herbst riesengroß. Efeu, Buchsbaum, Moos, Reben, Stroh, Blätter, Ranken, aber auch Früchte und Blüten kommen zum Einsatz. Besonders beliebt sind Hortensienblüten, die im Kranz trocknen können und trotzdem ihre Ausstrahlung behalten. Hagebutten, Physalis, Zieräpfel oder die Früchte von Feuerdorn und Eberesche bringen mit ihrer Farbe Leben in das Werkstück. Als ausgebildete Gärtner in den Fachrichtungen Zierpflanzenbau oder Baumschule ist es für die Studierenden oft eine neue Erfahrung sich handwerklich mit floristischer Gestaltung zu beschäftigen. Aber nicht selten entdeckt der eine oder die andere in diesen Stunden seine kreative Ader und es entstehen kleine Meisterwerke.

Benotung der Werkstücke beflügelt die Ideen

Nach drei Übungseinheiten erfolgt die Benotung des Werkstückes als Extemporale durch die Lehrkräfte des Faches Gestaltung. Die Praxisübungen begleiten die Floristin Anja Kastner und die Floristmeisterin Petra Schuck. Die theoretischen Grundlagen vermittelt Gartenbauingenieurin Christel Reuter. In der Benotung werden die Gestaltung und die handwerkliche Ausführung bewertet. Der Einsatz und die Wirkung von Proportionen, wie z. B. der „Goldene Schnitt“ und die Bewegungs- und Geltungsformen der Pflanzen spielen eine Rolle. Ebenso das Spiel von Farbharmonien oder –kontrasten und die Gewichtung der Farbmengen. Wenn ein stimmiges Gesamtbild mit einem emotionalen Ausdruck entsteht und beim Betrachter der Wunsch nach „Das will ich haben“ ausgelöst wird, ist die Aufgabe perfekt erfüllt.